Praktische Prüfung: Motorradführerschein - Der Prüfer, eine Gott ähnliche Erscheinung

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JR__
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Praktische Prüfung: Motorradführerschein - Der Prüfer, eine Gott ähnliche Erscheinung

Beitrag von JR__ » Mi 20. Sep 2017, 07:33

Guten Morgen liebes Forum.

Gestern gab es mal wieder sich über ein deutsche "Tugend" Gedanken zu machen: Macht im kleinen Detail haben und ausleben ist ein süßes Gift.

Mein Sohn hatte gestern seine praktische Fahrprüfung für A2 (Motorrad bis 48 PS). Es ist ein Stufenführerschein. Er fährt bereits 2 Jahre mit A1, und kann durch Ablegen eine verkürzten praktischen Fahrprüfung schneller und günstiger den A2 erwerben. Soweit die Theorie.

Gestern zeigte sich wieder eine deutsche Tugend (kennt man vielleicht noch gerade aus den dunklen Jahren der deutschen Geschichte): Da wo ich bin ist vorne, und ohne meinen Segen bist und bleibst Du ein nichts...

Mein Sohn steht mit seiner Fahrlehrerin pünktlich bereit zur 30 minütigen Fahrprüfung. Zur Fahrt kam es nicht. Der TÜV Prüfer hat meinen Sohn nicht zugelassen, wegen falscher Kleidung. Falsche Kleidung? WTF???

Nach STVO ist ein zugelassener Helm vorgeschrieben. Mein Sohn trug zudem eine Protektorjacke, eine Protektorhose, Motorradstiefel und Motorradhandschuhe.

Was gefiel diesem Gott ähnlichen Herrn nicht? Die Motorradstiefel hatten Schnürrbänder statt Reißverschluss. Und der Rückenprotektor der Motorradjacke war ihm nicht verstärkend genug. Hä?

Mein Sohn ist nicht in Badelatschen, TShirt und Badehose angetreten - was nach STVO nicht verboten wäre, was wir aber aus Selbstschutz nie machen würden.

Nun klären wir ab, ob der Prüfer noch gewisse Marken und Farben bevorzugt...

Was ein scheiß. Die Fahrlehrerin hat sich mehr beim TÜV aufgeregt als mein Sohn. 200€ am Arsch, nur weil vermutlich dem Prüfer seine Durchfallquote erreicht werden muss, oder weil er noch einen wichtigen privaten Termin hatte.

Nun ist der nächste Termin im Oktober. Hoffentlich klemmt dem Prüfer dann nicht die Thermounterhose, und meint dann das es zu kalt ist...

Wie gut das der TÜV immer so genau ist - Stichwort: Brustimplantate

Gruß
Jürgen
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Beitrag von TurboWerni » Mi 20. Sep 2017, 09:36

Der Prüfer hat sicher auch einen Vorgesetzten. Ich hätte mich diesbezüglich mal erkundigt in wiefern ihm freisteht, sowas zu entscheiden.
Zumal es nirgens eine Gesetzliche Grundlage dafür gibt.
Es geht immerhin um bares Geld, dass weg ist, ohne das dafür eine Leistung erbracht wurde!!

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Beitrag von Chinablau321 » Mi 20. Sep 2017, 23:02

Hallo Jürgen,

das wäre direkt für mich ein Fall für die Zeitung und für einen Anwalt. Die 200 Euro würde ich mir auf jeden Fall wieder holen. Sieht ja doch durch den Prüfer sehr weit ausgelegt aus.

Hier mal zur Verdeutlichung des Sachverhaltes ein Link des ADAC.

Somit hat Euer Sohn sich doch absolout korrekt verhalten. Dem Prüfer würde ich mal richtig Ärger machen. Der TÜV ist sicherlicht nicht gottgleich. :s hoot: Aber das denken die ... immer noch. Wo es Alternativen wie GTÜ und Dekra gibt, sollte man diese umgehend nutzen. TüV-Repressalien durfte ich auch schon erfahren.

Grüße
Markus
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Beitrag von virtuellerfreund » Do 21. Sep 2017, 07:10

bla bla ..................geprüfter Motorradhelm verwendet wird und die Protektoren eine CE-Prüfung (Norm 1621-2) haben.

Jürgen, ist dem so?
Erfüllen die Projektoren die Norm?

Gruß
Andreas
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Beitrag von JR__ » Do 21. Sep 2017, 07:19

Hallo Markus.

Der erste Satz macht es doch auch wieder Butterweich:
Seit 1.Mai 2014 muss jeder Bewerber für die Klasse A, A1, A2 oder AM geeignete (!!!) Motorradschutzbekleidung bei der praktischen Prüfung tragen.

Unter geeignet kann doch jeder wieder auslegen was er möchte. Der nächste sagt: Nur das neuste, beste und teuerste ist das geeignetste...

Jetzt mal ehrlich: Für die Politik nahestehende Presse taugen Motorradfahrer eh nur als Bösewichter. Wo wird den mal tatsächlich berichtet, das nachwievor die Hälfte aller Motorradunfälle durch andere Verkehrsteilnehmer verursacht wird? Stattdessen gibt es immer wieder die Berichte über die wenigen schwarzen Schafe, die Rasen und laut durch die Gegend fahren - oder über spektakuläre Motorradunfälle.

Zumindest werde ich mal diesen Vorgang mal beim Syburger und der Motorrad Online Redaktion schreiben, aber ich erwarte keine Reaktion. Die Motorradlobby ist sehr schwach geworden, weil immer weniger Motorrad fahren. Man sieht es an die Aktionen mit "Gib mir 3". Bis heute versteht doch keiner warum ein neuer PKW oder PKW Anhänger 3 Jahre TÜV hat, und ein Motorrad nicht. Jeder der Motorrad fährt: Ein Motorrad hat viel weniger Probleme bei der Hauptuntersuchung. Ein 30 Jahre altes ungetuntes Motorrad bekommt man sehr entspannt über den TÜV. Beim Auto muss man schon einiges investieren, was Rostschutz, Bremsanlage und Fahrwerk angeht.

Gruß
Jürgen
PS: Meine erste Motorradprüfung bin ich auch durchgefallen. Immerhin bin ich ca. 500m gefahren. Statt erstmal eine Runde zu fahren, ging es bei mir damals direkt zur Geschicklichtkeitsprüfung. Da gefiel dem Prüfer etwas nicht, durchgefallen - und der Prüfer konnte somit bei seiner letzten Prüfung des Tages früher Feierabend machen X(
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Beitrag von JR__ » Do 21. Sep 2017, 07:26

Original von virtuellerfreund
bla bla ..................geprüfter Motorradhelm verwendet wird und die Protektoren eine CE-Prüfung (Norm 1621-2) haben.

Jürgen, ist dem so?
Erfüllen die Projektoren die Norm?

Gruß
Andreas
Hi Andreas,

ich habe die Klamotten gerade nicht vor mir. Ich bin mir aber sehr sicher, dass die Protektoren nicht geprüft sind. Ist auch klar: Keine gesetzliche Vorschrift, somit sparen sich die Bekleidungshersteller die Kosten für diese Prüfung. Das Klientel, was auf geprüfte Protektoren achtet, zahlt auch bei der Anschaffung ein vielfaches mehr für Motorradklamotten. Unsere Motorradjacken liegen im Preisbereich bis 150€. Man kann aber ganz leicht auch über 1000€ für eine Jacke lassen.

Ebenso mit den Schnürrbändern in den Motorradstiefeln. Die sind günstiger als ein robuster Reißverschluss. Bei der Funktion im Fahrbetrieb macht es dann aber keinen Unterschied.

Gruß
Jürgen
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Beitrag von JR__ » Mi 27. Sep 2017, 05:07

Wollte mal ein update geben:

Habe inzwischen nach geforscht. Offiziell gibt es eine Neuverordnung von 2014, wo wortwörtlich die gleiche Beschreibung, wie auf der ADAC Seite, gesetzlich erlassen wurde. Also: geeignete Schutzbekleidung.

Mir hat der TÜV Ansprechpartner eine interne Anweisung vorgelesen, wonach ein Rückenpanzer nach o.g. Norm vorgeschrieben ist, und Schnürsenkel so verdeckt sein müssen, dass sie nicht in kupplungs- oder Bremshebel hängen bleiben können.

Allerdings kann ich dieses interne Dokument nicht bekommen, scheinbar Verschlusssache :O

Immerhin wird das Dokument an Prüfer und Fahrschulen verteilt. Damit schließt sich der Kreis: das Versäumnis liegt bei der Fahrschule...

Heißt: ich werde nun die finanzielle Lösung dieses problems mit der Fahrschule suchen.

Gruß Jürgen
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Beitrag von virtuellerfreund » Mi 27. Sep 2017, 20:16

Jürgen, das ist natürlich der einfachste Weg die Schuld bei anderen zu suchen.

Ich habe auch Kinder und weiß was es bedeutet:" Ich bin mir ganz sicher das ich XYZ gemacht, getan habe".

Ich kann mir nicht vorstellen das die Fahrschule das versäumt hat, so etwas steht auch in den Schulungsunterlagen.


Heutzutage will sich doch keiner an die Karre Pipi machen lassen.


Gruß
Andreas
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