Nach Magna nun Peugeot PSA? Was wird aus Opel?

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Osirus
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Beitrag von Osirus » So 5. Mär 2017, 13:13

Mit VW wären Opel die schrecklichen DSG vermutlich nicht erspart geblieben.

Wenn PSA/Opel mit GM eine vernünftige Technologiepartnerschaft eingeht, dürfte das im Ergebnis besser werden als es mit VW je hätte werden können.
Wenn GM nun aber das ganze Knowhow bei Opel abzieht (Patente usw.) und dies in Zukunft nicht mehr zur Verfügung steht, dürfte PSA/Opel einen langen / harten Weg vor sich haben.
„Dem Ingeniör ist nix zu schwör!“

Der Sash!
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Beitrag von Der Sash! » So 5. Mär 2017, 14:10

Das Gute ist, dass man zwar die Patente entziehen könnte, nicht jedoch das Wissen der Ingenieure darum. So könnte/müsste man eigene Patente schaffen, das Basiswissen dafür ist ja bereits da.

Alles in allem kann man nur nach vorn schauen. Ändern können wir eh nix. Mir ist es in erster Linie wichtig, dass keine Arbeitsplätze verloren gehen bzw. sozialverträglich abgebaut werden. Alles andere steht hintenan.

Gruß, Sascha

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Beitrag von JR__ » So 5. Mär 2017, 16:06

Original von Der Sash!
Das Gute ist, dass man zwar die Patente entziehen könnte, nicht jedoch das Wissen der Ingenieure darum. So könnte/müsste man eigene Patente schaffen, das Basiswissen dafür ist ja bereits da.

Alles in allem kann man nur nach vorn schauen. Ändern können wir eh nix. Mir ist es in erster Linie wichtig, dass keine Arbeitsplätze verloren gehen bzw. sozialverträglich abgebaut werden. Alles andere steht hintenan.

Gruß, Sascha
Hi Sascha.

Was Du machst ist Zweckoptimismus - was ok ist. Auf die gesamte Situation von Opel gesehen, ist bereits zuviel vermurkst worden. Nun hofft man auf erhalt von ein paar Krümeln.

GM hat Opel immer unter seine Möglichkeiten gehalten. Dazu wurde die finanziellen Mittel heraus gesaugt, bis am Ende frustrierte Kunden, Mitarbeiter und Gemeinden übrig geblieben sind. Für mich ist das ein passender Vergleich mit meinen Arbeitgeber. Ende der 90er waren wir florierend, groß und stark. Dann kann eine drittklassige englische Firma, und reduziert bis heute Qualität und Anzahl guter Mitarbeiter. Und trotz sagenhafter Marge von zeitweise über 40% (!!!) ist nichts nachhaltiges investiert worden. Nein, mit der Misswirtschaft in UK und anderen europäischen Südländern sowie in Indien wurde höllisch viel Geld verbrannt. Selbst das Tafelsilber (US Beteiligung - mit 50% Anteil am Jahresgewinn!) wurde verhökert und an die Shareholder verteilt. Nun ist nicht mehr viel da, die Aktie schwächelt seit fast 20 Jahren herum und in Deutschland fahren wir für 40 Millionen Kunden abrechnungsrelevante Hardware, wofür SUN seit über einen Jahrzehnt keinen Support und Ersatzteile liefert. Derzeit wird die Hardware repariert, indem z.B. Speichermodule aus verschrotteter Büchsen herausgeholt wird.

Natürlich kann ich heute noch sagen: "Ok, solange keine Arbeitsplätze verloren gehen ist alles ok". Nein, für mich ist klar: Der Karren ist schnell unterwegs und auf Sichtweite zur Wand. Ebenso bei Opel. Dabei kann ich mich noch trösten: Mein AG gilt als System relevant. Opel nicht...
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Beitrag von Der Sash! » So 5. Mär 2017, 16:43

Original von JR__

Was Du machst ist Zweckoptimismus ...
Genau so ist es - leider (oder Gott sei Dank?). :(
Ich schaue lieber nach vorn, anstatt die Zukunft zu fürchten. Ist ne Lebenseinstellung, eine Herausforderung ist dazu da angegangen zu werden.
Leider kann ich in diesem Zusammenhang hier nichts damit ausrichten, das weiß ich.

Ich drücke also weiterhin die Daumen. Spannung ist in den nächsten Wochen, Monaten, Jahren auf jeden Fall garantiert.

Gruß, Sascha

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JR__
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Beitrag von JR__ » Mo 6. Mär 2017, 12:49

Ich mache mal den Newsticker (Quelle: Focus):
Das Wichtigste in Kürze: Der französische Autokonzern PSA hat sich mit General Motors (GM) auf die Übernahme des Herstellers Opel verständigt. Der Kaufpreis für die GM-Europasparte mit den Marken Opel und Vauxhall liegt bei 1,3 Milliarden Euro. PSA will damit inklusive seiner bisherigen Marken Peugeot, Citroën und DS zu einem "europäischen Auto-Champion" und zur Nummer Zwei hinter Volkswagen aufsteigen. PSA-Chef Carlos Tavares will insgesamt 1,7 Milliarden Euro jährlich einsparen. Er gab den Opel-Mitarbeitern keine Jobgarantie: "Die Mitarbeiter haben es selber in der Hand." Opel und Vauxhall sollen aber zunächst die Chance erhalten, ohne Werkschließungen die Gewinnzone zu erreichen.
Die Entwicklung kann man sich mit den Aussagen gut ausmalen:
1,7Mrd€ jährlich sollen insgesamt eingespart werden (bei einem Kaufpreis von Opel für 1,3Mrd€). Wie spart man? Synergien (gleiche Fahrzeuge bei allen Marken) und OPEX Einsparung - also werden Köpfe rollen. Wird PSA in Frankreich am stärksten Personal abbauen? Sicher nicht. Oder werden die Gewerkschaften und Landesgesellschaften gegeneinander ausgespielt - was eher anzunehmen ist ("Die Mitarbeiter haben es selber in der Hand.").

Sorry, als Opel Mitarbeiter muss man sich sicher sein wie man seine Zukunft gestaltet. Entweder den Absprung vorbereiten, oder den Job durchziehen - und mit dem schlimmsten aller Fälle rechnen und in der späteren Auffanggesellschaft ohne Gejammer die Situation annehmen.
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Beitrag von holsten » Mo 6. Mär 2017, 19:27

Also ich sehe das nicht so pessimistisch.
Bin da eher der Meinung von diesem Bericht

Neue Mutter, neues Glück. "Opel-Deal hat nur Gewinner"
http://n-tv.de/wirtschaft/Opel-Deal-hat ... 31717.html
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Ich mag diese Haltung nicht. Es ist viel ernster als das.

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Beitrag von Olly » Di 7. Mär 2017, 21:53


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Beitrag von JR__ » Mi 8. Mär 2017, 06:51

Die Pressemeinung ging am Montag weit auseinander: Von Hoffnung auf eine gute gemeinsame Zukunft bis zur schnellen Auslöschung der Marke Opel. was mir nicht bekannt war: 2013 war Peugeot in finanzieller Schieflage. Damals hatte GM Anteile an Peugeot - und brauchten Unterstützung. GM hat abgelehnt. Die Anteile sind 2014 nach China gegangen - inzwischen wird Citroen auch in China gebaut.

Also zwei schwer angeschlagene Autobauer mit einem chinesischen Großinvestor im Hintergrund. Sorry, wäre mir sicher das VW im teilweise staatlichen Besitz die besser Option wäre.

Dachte ich kopiere hier hin und wieder News wie in einem Newsticker rein - aber bereits gestern hat niemand aus der Presse Opel angefasst ?( Bei Magna wurde gefühlt Monate lang lang diskutiert: Politik, Betriebsrat und beteiligte Firmen. Es gab immer ein hin und her.

Und nun ist mit einer Meldung vom Montag Vormittag alles in trocknen Tüchern? Komisch. da wird wohl nichts übrig bleiben, abzuwarten - und darauf warten bis intern etwas ausgegoren ist und wieder eine Bombe platzt...
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Beitrag von Sepp » Mi 8. Mär 2017, 09:36

Finanzielle Schieflage ist gut. Die mussten doch vom französischen Staat gerettet werden? Ich kann mir zwar vorstellen, dass man kurzfristig das Ergebnis (Gewinn) herumreißen kann, aber da muss es ja gröber gehapert haben. Ob also PSA so durch und durch gesund ist möchte ich mal eher bezweifeln. Und zwei Kranke geben auch keinen Gesunden ab.

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Beitrag von holsten » Mi 8. Mär 2017, 22:25

Die Zukunft wird spannend. Ich bin zwar immer noch etwas baff, das man 88 Jahre einfach so wegwirft.
Aber gut, der Trump wird wohl auch da seine Finger drin haben.
Hier nochmal ein weiterer Bericht.

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... orhat.html
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