Schleichender Ersatz... es kam anders als geplant.

Allgemeines zum Thema Astra Cabrio, egal ob F, G oder H
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Eckle4
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Schleichender Ersatz... es kam anders als geplant.

Beitrag von Eckle4 » Fr 1. Jan 2016, 17:29

Hallo zusammen,

Nach 8 Jahren mit meinem Cabrio, davon 2 als Alltagsauto und 6 als Hobby werde ich mein G Cabrio wohl bald abmelden.

In diesen 8 Jahren ist viel passiert, und umgebaut worden.
Die wichtigsten Dinge:
Viele Teile von Irmscher, Steinmetz und Co. im Innenraum und außen verbaut, böser Blick in Blech, Innenraumteile lackiert, usw.
Z18XE vollständig überholt, viele Anpassungen vorgenommen und Sonderanfertigungen verbaut. Heute ist es ein Hochdrehzahlmotor mit annähernd 190 PS.

Das war eine schöne Zeit, aber es kam anders als gedacht...

Seit einiger Zeit gibt es ein "neues" Auto bei mir, das ich im Alltag fahre. Einen Mazda RX-8...
Anfangs dachte ich, nettes Spielzeug... aber im laufe der Zeit ist er mir immer mehr ans Herz gewachsen. Er ist sportlich, trotzdem bequem, ist sooo laufruhig, hohe Drehzahlen liebt und braucht er, hat vier Türen.
Was will man mehr.

Anfangs war der Plan, das Cabrio im Sommer bei gutem Wetter am Sonntag zu fahren... den Mazda im Alltag zu verschleißen.
Der RX sollte nur eine Ergänzung im Alltag werden, damit es da genau so angenehm ist, wie mit dem Cabrio. an den Wochenenden.
Da hatte ich aber nicht gedacht, dass der RX mein G Cabrio verdrängen könnte... aber so kam es.

Jetzt einige Zeit später muss ich rückblickend feststellen, dass mein Cabrio im letzten Jahr nur rund 70km gefahren wurde. Aus seinem Winterquartier zur Tankstelle, danach direkt zum Service, dann eine kleine Runde, verbunden mit einer Reinigung und Sitzpflege, dann zurück in die Halle. Da steht er nun wieder...
Nach dem mir das die Tage richtig bewusst wurde, habe ich mal das Service- Heft raus gekramt und nachgesehen... es sind in den letzten 5 Jahren nur etwa 1200km gewesen.
Das hätte ich nicht gedacht, das es selbst vor dem RX schon so wenig war... aber jedes mal war etwas besonderes und immer wieder schön.
Ich machte mich auf den Weg zu meinem Cabrio und freute mich, wie eh und je... bis ich drin saß um eine kleine Runde um die Halle zu drehen.
Ich fuhr so vor mich hin, aber die Freude daran wollte sich nicht einstellen, wie sonst früher. Ich hing die meiste Zeit mit meinen Gedanken am RX und freute mich schon wieder darauf in ihm zu sitzen.

So kam es wie es kommen musste. Das einst heiß geliebte Cabrio stand auf einmal in meinem Kopf, nach 8 Jahren, zur Debatte.... was soll ich damit machen? Fahren will ich es fast kaum mehr, Kosten verursacht es auch (Stört mich aber ehr weniger), vermissen tu ich es im Alltag und an Wochenenden auch nicht, Spaß daran habe ich zwar immer noch... aber der Mazda erfreut mich mehr.

Jetzt soll es dann bald abgemeldet werden. Trennen kann und will ich mich eigentlich nicht von ihm, aber beim stehen wird es auch nicht besser...
Geld dafür bekommt man leider auch nicht genug, da die Preise am Boden sind... und ich es nicht nötig habe, mein Cabrio so zu verramschen.
Zum Ausschlachten ist es zu schade und hat mich viel zu viel Geld gekostet... also wird es darauf raus laufen, alle Betriebsmittel zu ersetzten, es zu konservieren, um es dann für eine unbekannte Zeit aufzubewahren.

Wäre auch schade, denke ich, da es eines der allerersten gebauten ist... mit Werksseitiger Vollausstattung, keinen Unfällen, dellen oder Steinschlägen. Alle technischen Teile inkl. Kabel, Steuergeräte, Dichtungen, usw. nicht älter als 5000km sind (Um es so lange halten und fahren zu können, ohne auf Teile aus Spenderfahrzeugen zurückgreifen zu müssen, wie es nur geht.). Und natürlich auch, wie sollte es anders sein aus sentimentalen Gründen wie "es ein Teil meiner "Jugend und Geschichte""...

Einerseits freue ich mich, das ich das Cabrio habe, andererseits bin ich traurig, das es vorerst so enden wird.

Mal schauen, was die Zukunft so bringen wird... vielleicht kommt es ja doch noch anders.


Ging es euch auch schon einmal so?

Der Sash!
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Beitrag von Der Sash! » Sa 2. Jan 2016, 17:46

Tja, so kann es gehen. Aber wenn du ihn einmotten willst, dann finde ich das schonmal sehr gut. Verkaufen kann jeder, außerdem bekommt man doch eh nix mehr dafür. Wenn du also die Möglichkeit hast ihn dir "warm zu halten" und es finanziell nicht drückt, dann los.

Und wer weiß, wenn du es nicht bist, vielleicht mal Kinder oder Enkel die damit ihren Spaß haben können. Beließ dich aber vorher in Oldtimerforen zum Thema Langzeiteinmotten. Denke mal nur hinstellen wird es nicht werden, da muss man ab und an mal bisschen Arbeit investieren.

Gruß, Sascha

Eckle4
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Beitrag von Eckle4 » Sa 2. Jan 2016, 20:03

Das ist klar... Es wird dann eine beheizte Halle mit konstanter Luftfeuchtigkeit.
Alle Hohlräume sind schon seit längerem behandelt... Dichtungen liegen alle hier in neu. Werden auch entsprechend kühl und dunkel eingelagert. Ansonsten wird das Leder an einen Spezialisten vergeben... Alle Schläuche und Leitungen vom Verdeck habe ich doppelt hier.
Der Motor wird vollständig zerlegt, alle Teile entsprechend gereinigt, behandelt und eingelagert.
Verdeck habe ich noch ein neues, originales hier. Batterie kommt raus, alle Steuergeräte bekommen eine Erhaltungsstromquelle.... Usw. Das wäre der Plan, wenn ums einmotten geht.

Das stimmt leider, für so ein Auto bekommt man nichts mehr... Aber in 10 oder 15 Jahren werden nicht mehr viele übrig sein. Vor allem in dem Zustand. Keine Unfälle, nichts beilackiert, kein Rost, nichts nachgeschweißt.
Wenn ich meine Auflistung so anschaue, und sehe was das Auto wert sein soll.... Dann frag ich mich echt, ob die Investitionen über die Zeit überhaupt jemals wieder rein zu holen wären... Aber immerhin habe ich damit ein Alleinstellungsmerkmal. Sind halt mit den neuen Teilen, die ich eingelagert habe über 30.000 Euro.
Aber immerhin ist das kein Problem... Das Geld stört mich nicht mehr, ist ja eh schon ausgegeben.

Aber mal schauen wie es weiter geht. Bis jetzt wollte ein Händler mein Cabrio ankaufen. Aber bei dem Gebot wird es vorher mein Winterauto... 6500€ ist zwar für einen G gut, aber einfach bei dem Fahrzeug in dem Zustand nicht ausreichend... So nötig kann ich es fast nicht haben.

Der Sash!
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Beitrag von Der Sash! » Sa 2. Jan 2016, 20:30

Also 6500 € von einem Händler ist ja fast zu schön um wahr zu sein.

Dennoch kann ich deinen Hang zur Erhaltung verstehen. Niemand der dieses Auto jemals kaufen wird kann emotional so daran hängen wie du.
Beim nächsten Besitzer wäre es vielleicht "nur" ein Wiedergutmachgeschenk zum vergessenen 30. Jahrestag für die Ehefrau, die schon 3 Getriebe, 2 Sätze Felgen und diverse Blechteile auf dem Gewissen hat... Neee, das muss nicht sein. :rolleyes:

Gruß, Sascha

Michael 4444
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Beitrag von Michael 4444 » Sa 2. Jan 2016, 21:05

Wenn du in 10 -15 jahren mit etwas für dich Besonderem unterwegs sein möchtest ist deine Idee den Wagen einzulagern betimmt gut.

Unter dem Aspekt auch nur Näherungsweise die Kosten wieder rein zu bekommen ist der Astra mit Sicherheit nicht geeignet.

Eckle4
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Beitrag von Eckle4 » Sa 2. Jan 2016, 21:09

Der Händler kennt das Auto auch schon seit der Auslieferung und hat jeden Kundendienst, usw. daran gemacht. Er weiß genau, was es für ein Fahrzeug ist und was über die Jahre damit passiert ist.
Klar, der Preis ist gut... Und dem Auto geht es bei ihm sicher sehr gut, da er selber Sammler ist. Aber für mich ist das zu wenig.

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Beitrag von JR__ » Sa 2. Jan 2016, 21:25

Wenn viel Herzblut am Auto hängt und Geld "keine Rolle" spielt würde ich es auch so machen. Aber wie es in Zukunft sein wird, kann man heute nicht sagen. Derzeit sieht man eine wahre Oldtimer Schwemme. Und wenn das Auto nicht von Mercedes, Porsche usw. kommt wird da mM auch keine echte Wertanlage entstehen.

Ich befürchte bei der Menge an neuen Oldtimer (man merkt das auch durch die immer bessere Rostvorsorge und höherwertige Technik seit den 80er Jahren) wird irgendwann die Politik die Förderung von Steuer- und anderen Vorteilen weiter einschränken.

Dazu kommt der immer höhere Druck auf CO2 Vermeidung - wie es dann mit der Nutzbarkeit von solchen Oldtimer in Zukunft aussehen wird?

Und meine Erwartung? Sollten die Energiespeicherprobleme in Elektroautos deutlich besser gelöst werden (was sicher nicht nur zu neuen Reichweiten, sondern auch zu weiterer Leistungssteigerung führen wird), wird keiner mehr einen "lahmen Stinker" fahren wollen. Bei den Verbrennern ist in den letzten Jahrzehnten nicht wirklich viel passiert. Zwar ist die Literleistung gestiegen, aber auch das Fahrzeuggewicht - daher machen heute noch gute Oldtimer Spaß. Dagegen wird beim weiterem Durchbruch von Elektromotoren sich keiner mehr Drehmoment arme "Mühlen" antun wollen. Das ist aber nur meine Erwartung...
Meine GCAB Anleitungen:
- Kunststoffklotz im Dachverschluss wechseln
- Video: Manuelles Öffnen&Schließen
- Aktoren & Sensoren (Pins)

Gerrit79
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RE: Schleichender Ersatz... es kam anders als geplant.

Beitrag von Gerrit79 » Sa 2. Jan 2016, 23:15

Original von Eckle4

Einerseits freue ich mich, das ich das Cabrio habe, andererseits bin ich traurig, das es vorerst so enden wird.

Mal schauen, was die Zukunft so bringen wird... vielleicht kommt es ja doch noch anders.


Ging es euch auch schon einmal so?
Guten Abend,

ganz ehrlich: Nein, kann mir auch nicht vorstellen, dass es jemals passieren wird. Mein Auto ist auch schon 9,5 Jahre bei mir. Ich freue mich aber immer noch unheimlich drauf das Cabrio an den Wochenenden zu fahren. Ich hatte schon einige Autos nebenbei, aber keins konnte auch nur annähernd das Cabrio ersetzen. Das Cruisen bei schönem Wetter mit offenem Auto ist einfach Weltklasse und kann mir mein Alltagsauto einfach nicht bieten.

Dennoch ist mir deine Absicht, das Auto zu verkaufen, verständlich. Bei der wenigen Kilometerleistung ist eine Stillegung vermutlich das Sinnvollste. Verkaufen würde ich so ein Auto auch nicht.
Original von JR_

Und meine Erwartung? Sollten die Energiespeicherprobleme in Elektroautos deutlich besser gelöst werden (was sicher nicht nur zu neuen Reichweiten, sondern auch zu weiterer Leistungssteigerung führen wird), wird keiner mehr einen "lahmen Stinker" fahren wollen. Bei den Verbrennern ist in den letzten Jahrzehnten nicht wirklich viel passiert. Zwar ist die Literleistung gestiegen, aber auch das Fahrzeuggewicht - daher machen heute noch gute Oldtimer Spaß. Dagegen wird beim weiterem Durchbruch von Elektromotoren sich keiner mehr Drehmoment arme "Mühlen" antun wollen. Das ist aber nur meine Erwartung...
Das halte ich auch für wahrscheinlich. Es werden aber noch viele Jahre vergehen. Tesla ist hier gerade großer Vorreiter, auch bei der Reichweite. Leider ist die immer noch zu wenig, denn irgendwann fährt man doch mal eine längere Strecke und das Nachladen mit Ihren Superchargern ist zu langsam.
Die Leute wollen immer mobil sein, höchstens mal für fünf Minuten einen Tankstopp machen und dann sofort weiter. Hier wird noch viel Forschungsarbeit nötig sein um alles zu verfeinern. Vermutlich hat mein Auto dann schon H-Kennzeichen oder sowas...

Gruß, Gerrit

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