Astra G 2.2 rebuild

Hier könnt ihr euer G Cabrio mit Bildern und Daten vorstellen
gizzmo
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Beitrag von gizzmo » Sa 4. Feb 2017, 17:58

Original von mistery
Gizzmo, nichts für ungut aber versuch einfach mal zu verstehen was ich genau sagen möchte.
Ein Stehbolzen ist nie (!) dazu da seitliche Kräfte auszuhalten. Eine Schraubverbindung wirkt nur auf Zug.
Was passiert also wenn die Krümmer am Z22SE sich verziehen: Der Krümmer verzieht sich so sehr, dass das Loch wo der Stehbolzen ist also nicht mehr mittig am Bolzen ist, sondern der Krümmer an ihn anstößt. Das passiert an mehreren Bolzen, hauptsälich aber an vieren: die beiden mittigen oben und die beiden ganz aussen in der Reihe unten. Wenn sich der Krümmer also weiter verzieht, bricht er die Stehbolzen direkt ab oder schwächt sie so sehr, dass sie abreißen, wenn man sie abschraubt. Deine Konsequenz ist also auf M10 aufzubohren? Wo ist da die Logik? Es gibt keine!
Richtig ist aber was du sonst noch schreibst, nämlich die Löcher des Krümmers aufzuweiten und zwar in die Richtung, wo der Platz am Bolzen zuvor aufgebraucht war. Dann braucht man auch nicht auf M10 oder was auch immer aufbohren. Die M8 Kupfermuttern bekomen für den Krümmer bekommen nur 12 Nm!
Also Aufbohren auf keinen Fall.
Warum der Krümmer reißt, wenn er sich verzieht wird auch klar, wenn man sich ihn anschaut. Zwischen den Rohren gibt es 3 Lücken zum Ausddehen. Leider ist der Krümmer so schlecht berechnet, konstruiert, und gegossen, dass er sich derart verzieht, dass die mittlere Lücke komplett aufgebraucht wird. Die Flansche der Rohre der Zylinder 2 und 3 stoßen aneinander und dann reißt der Guss wo die Rohre 1,2 & 3,4 zusammentreffen.
Wenn man also einen gebrauchten Krümmer kauft, der noch keinen Riss hat, flext man den mittleren Zwischenraum wieder auf und gibt dem Krümmer damit wieder Raum sich zu bewegen (allzuviel passiert ja nicht mehr, da die meiste Bewegung ja schon stattgefunden hat). Anschließend weitet man die Löcher so auf, dass der Krümmer ohne anzustoßen Luft an allen Stehbolzen hat. Hat man das gemacht, reißt einem der Krümmer nie mehr und kein Bolzen schert mehrt ab. Ganz ohne M10.
Dutzende Male so gemacht, immer mit gleicher Diagnose und gleicher Abhilfe. Ich rede hier nicht von 1, 2 oder 3 Motoren die ich gemacht hab.

Andi, die Stehbolzen gehen problemlos raus. Mittig körnen, Loch bohren, dass ein T20, T25 oder T30 knapp reinpasst und dann einfach rausdrehen. Geht total easy. Der Rest des Bolzen hält ja nichts und geht leicht raus.
Du ich wollte dir nicht zu nahe treten oder ähnliches, hab ja auch geschrieben das es Fakt ist das die Bolzen abreißen/scheren.
Ich für meinen Teil habe damals von mehreren Personen die auch überwiegend nur mit Opel zu tun haben den Tipp bekommen, habe es dann auch gemacht bzw hat es der Motorenbauer beim Kopf bearbeiten direkt mit gemacht.
Bisher habe ich keinerlei Nachteil dadurch, was aber nicht heißt das es andere auch machen müssen. Deswegen auch die Aussage das es dich jeder so machen muss wie er es gerne möchte.

Mfg

mistery
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Beitrag von mistery » Sa 4. Feb 2017, 18:04

Alles gut. Ich habe ja dargelegt weshalb sie abscheren und warum es eben keinen Sinn ergibt sie größer zu dimensionieren. Die M8 reichen dicke aus. Mehr als das sogar.
Und wenn man die Ursache des seitlichen Wegdrückens nicht behebt helfen auch keine M10 ;-)
Nicht jeder Tipp ist ein guter, auch nicht von Leuten, die jahrelang irgendwas machen. Die haben jahrelang bestimt keine Z22SE studiert sondern vermutlich von anderen Fällen pauschale Schlüsse gezogen und verallgemeinert. Meine Hinweise sind konkret für den Motor zutreffend.

Andi306
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Beitrag von Andi306 » So 5. Feb 2017, 03:26

Hallo Mistery und Gizzmo,

danke für eure Antworten und auch technische Kritik- Verstehe beide Seiten-
Das der orignale Krümmer die Stehbolzen mit ins Grab zieht ist meiner Meinung nach eine Folgewirkung des Vorkats. Der staut ja unweit vom Zylinderkopf gleich die Abase. Der Krümmer muss ja in kurzer Zeit recht viel Temperaturen abkönnen, denke dadurch entsteht auch die Spannung in dem Gussklumpen. Richtig!?
Im Endeffekt kann man ja froh sein, dass die Strohhalme vom Stehbolzen abscheren und sich nicht der Kopf verzieht oder reißt.

Danke für den Tipp Mistery, den ersten habe ich heute schon rausgeholt auf diese Weise:thumb:

Bei dem Krümmer liebäugel ich ja mit dem Dbilas- finde den nirgends mal gebraucht!? Deswegen die Frage ob der mal in großen Stückzahlen verbaut wurde. - Preislich liegt er nur knapp über dem Originalen im Nachbau und ist schon besser konstruiert. Leistungskeule ist es aber wohl nicht ;)

Fächer würde ich prinzipiell ja auch gerne haben, aber ohne große Arbeit wie neuen KAt einschweißen, usw... Von den Problemen mit der Paßgenauigkeit bei FMS habe ich leider schon gehört.
Ebenfalls wurdert es mich, dass ich keine 4-2-1 Fächer finde.
Hatte das bei meinem damaligen Mazda verbaut und dass war top.

Gruß- Andi

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Osirus
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Beitrag von Osirus » So 5. Feb 2017, 10:02

Kauf den dbilas, der ist gut.
Gebraucht sind sie selten, warum solle man sie auch je wieder ausbauen?
Also ganz ohne Verzug ist der dbilas auch nicht.
Ich habe damals einen gebrauchten gefunden, da musste aber der Flansch zum Vorrohr geplant werden, evtl. auch, weil dort vorher ein Vorkat angeschlossen war.
Seit dem ist Ruhe. :)

Nen passenden Sportkat hat dbilas übrigens auch:
http://www.dbilas-shop.com/Produkte/Spo ... :7319.html
Dazu noch eine schöne 2,5'' Abgasanlage mit seriennahem Endrohr von Fox oder Nap bauen lassen, und gut.
Bei der Simons, die dbilas verkauft, ist das Rohr zum Kat leider nur d = 50 mm, ich glaube auch nicht, dass die eine passende mit dem 2,5'' Flansch zum Kat anbieten.
„Dem Ingeniör ist nix zu schwör!“

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Beitrag von mistery » So 5. Feb 2017, 19:32

Der Vorkat hat sicherlich einen negativen Effekt auf den Hitzestau. Aber auch die Krümmer bei Motoren ohne Vorkat verziehen sich wie sau.

Andi306
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Beitrag von Andi306 » Fr 17. Feb 2017, 19:12

Ob der Dbilas Krümmer noch lieferbar ist, wird sich zeigen, vorrätig ist er momentan leider nicht.
Die drei abgescherten Stehbolzen habe ich alle ausgebohrt.-Zwei kamen auf freundliche Nachfrage raus, der Letzte nur mit kompletten zerstören und aufbohren. - Natürlich ist es genau das Loch am Kettenkasten gewesen, wo man mit keinem Bohrfutter mehr vorbei kommt. Morgen kommt ein Helicoil an die Stelle....- Geht das schief, wird es ein M10 Gewinde.
Bild
Die Ventile sind inzwischen alle neu eingeschliffen. - Sogar ohne Schaftdichtungen und Federtrieb hielten alle dicht :)
Die Ventilführungen waren auch alle noch im Rahmen und einen neuen Satz Ventilschaftdichtungen gab es auch noch.
Anschließend habe ich den kompletten Ventiltrieb wieder zusammengesetzt und nochmal auf Dichtigkeit überprüft, alles dicht :)
Bild
Bild
Gerade bekommen die Hydrostößel ihren Service. Intakt sind alle noch, geklackert hat der Motor auch nicht, aber bei der Laufleistung kann man das schon mal machen.
Im Prinzip reicht es auch den Hydro zu entlasten, leer zu pumpen und neu zu befüllen, aber mit der folgenden Methode habe ich in der Vergangenheit durchweg positive Ergebnisse erzielt.
Hier der Hydro mal zerlegt.
Bild
Verkottet im erweiterten Stadium ist nix, aber der Inhalt hat mit 5W- oder 10W-X Öl auch nix mehr tun, kann man schon mal durchwischen und neu befüllen.

Will man den Hydro zum "Öl-wechsel" nicht öffnen, empfehle ich eine Nähnadel oder ähnliches. - Ebenso zum wieder straffen. Dann klapperts beim ersten Start nicht solang.

Bilder gibts das nächste Mal mehr, Spiegelreflex und ölige Finge sind keine gute Kombination.

Gruß- Andi

mistery
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Beitrag von mistery » Fr 17. Feb 2017, 22:35

Am Kettenkasten vorbei zu bohren ist wirklich nicht so prall. Ich nutze da meinen Akkuschrauber, der geht vorbei und hat einen Kunstofffutter, so dass bei Berührung dem Kopf nichts passiert. Alternativ eine Winkelbohrmaschiene.

Ich hab noch ne Frage zu den Hydros. Hydros zerlegt kenne ich zwar auch aber da waren sie kaputt. Wie bekommst du die denn wieder zusammen? Dachte der Blechring ist aufgepresst?!
Ich lege die Hydros immer ins Ultraschallbad und nachd dem Abspülen und abpusten lege ich sie in Öl ein.

Andi306
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Beitrag von Andi306 » Sa 18. Feb 2017, 17:19

Original von mistery
Am Kettenkasten vorbei zu bohren ist wirklich nicht so prall. Ich nutze da meinen Akkuschrauber, der geht vorbei und hat einen Kunstofffutter, so dass bei Berührung dem Kopf nichts passiert. Alternativ eine Winkelbohrmaschiene.

Ich hab noch ne Frage zu den Hydros. Hydros zerlegt kenne ich zwar auch aber da waren sie kaputt. Wie bekommst du die denn wieder zusammen? Dachte der Blechring ist aufgepresst?!
Ich lege die Hydros immer ins Ultraschallbad und nachd dem Abspülen und abpusten lege ich sie in Öl ein.
Der Blechring sitzt in einer Nut auf dem Hydrogehäuse und ist ganz leicht umgefalzt (wirklich nur leicht) - Der Ring kann sich auf der Nut frei drehen lassen. Runter gehebelt habe ich den mit einem Uhrmacherschraubenzieher.- Eine Seite hochgehebelt, einmal die Nut entlang und der Ring ist heil runter.

Das wieder montieren funktioniert einfach mit wieder drauf stecken und drücken. - Man hört es dazu klicken, wenn der Ring einrastet.
Man kann, wenn die Vorspannung nicht reicht mit einen Schraubenzieher unterhalb der Nut noch ein paar Einkerbungen setzen, dann rutscht da wirklich nix mehr.



Btw:
Das mit dem Helicoil setzen hat heute überragend funktioniert :D

Andi306
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Beitrag von Andi306 » Do 23. Feb 2017, 23:16

Ein kurzer Zwischenstand:

Am Wochenende werde ich die bereits angedrohten Bilder nachreichen.

Der Zylinderkopf ist wieder komplett instandgesetzt und zusammengebaut.

Der Block und die restlichen Teile sind komplett zerlegt.

- Die Ölpumpe wurde laut Zeitstempel 2006 erneuert. Diese habe ich zerlegt die Zahnräder geschlichtet und wieder zusammengebaut. Keine großen Überraschungen an dieser Stelle.

- Die Ölwanne habe ich gereinigt und die bereits inkontinente Dichtung vom Ölstandssensor erneuert. -Bei der Ablassschraube wurde auch schon einmal das Gewinde nachgearbeitet- fachgerecht.


- Block, Kolben und Kurbelwelle wurden voneinander getrennt und werden nun seperat behandelt.
Bisher hatte ich etwas Bauchschmerzen mit dem Block- da ich im Netz die schlimmsten Dinge zwecks Verschleiß gelesen hatte (eiförmige Laufbuchsen).
Da mir die Messmittel/Werkzeuge- sowie Fähigkeiten an dieser Stelle fehlen, habe ich meinen Heimvorteil -Jena- genutzt und habe den Block heute zu NSR Motorsport gebracht, dem Ein- oder Anderen vielleicht ein Begriff.
Die Überraschung war groß, - der Block, bzw- die Laufbuchsen scheinen maßhaltig zu sein.
Kurz und schmerzloser Kommentar vom Profi " Wenn ich mit dem Block fertig bin, braucht der kein Öl mehr. Der ist rund, mit honen bekomm ich den auf Null."

Ursache für den erhöhten Ölverbrauch war jeweils der oberste Kolbenring. Dieser ist platt und hat leider erhöhtes Spiel in der Nut des Kolbens erzeugt. - Das Material was in der Führung fehlte, setzte sich als Grat unterhalb des Ringes nieder- Ergo ich brauche wahrscheinlich noch aufgrund des 1/10mm erzeugten Spiels neue Kolben. - Wenigstens kann ich beim std-Maß von 86,00mm bleiben. - Geklemmt oder ähnliches hat noch nix.

- Haupt- sowie Pleuellager dürfen nach einer viertel Million Kilometer dann auch mal neu ;)

- Die Kurbelwelle sieht noch gut aus, die Lager werden lediglich geschlichtet.


Gruß- Andi

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Beitrag von Osirus » Fr 24. Feb 2017, 08:28

Hast du dir schon ein Öl ausgesucht?
Ich würde das Megiun Megol Super Leichtlauf 5W-40 empfehlen.
„Dem Ingeniör ist nix zu schwör!“

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